Typisches Zungenmuster der Roba de llengües in Grün und Rot

Reiseinfos · Handgemacht auf Mallorca

Roba de llengües: Mallorcas Zungenstoffe und wo sie noch gewebt werden

Zuletzt geprüft: Oktober 2026

Die Stoffe mit dem verschwommenen Zungenmuster gehören zu Mallorca wie die Ensaïmada. Gewebt werden sie heute noch in drei Familienbetrieben – in Pollença, Lloseta und Santa Maria del Camí. In allen dreien können Sie einkaufen, in einigen beim Weben zusehen.

Kurz beantwortet

Wo kann man auf Mallorca echte Roba de llengües kaufen?

Direkt bei den drei Webereien, die den Stoff noch herstellen: Teixits Vicens in Pollença (seit 1854), Teixits Riera in Lloseta (seit 1896) und Artesania Tèxtil Bujosa in Santa Maria del Camí (seit 1949). Alle drei verkaufen Meterware, Kissen, Tischwäsche und Taschen. Seit April 2026 ist die Herstellungstechnik vom Inselrat als immaterielles Kulturerbe geschützt.

Was
Ikat-Gewebe: das Garn wird vor dem Weben abschnittsweise gefärbt
Webereien
Pollença, Lloseta, Santa Maria del Camí
Zusehen
bei Vicens mit Führung, bei Bujosa im Betrieb
Route
alle drei liegen an oder nahe der Ma-13 Palma–Alcúdia
Schutz
immaterielles Kulturerbe des Inselrats seit April 2026
Sonntags
alle drei geschlossen

Die Technik

Warum der Stoff so aussieht

Bei der Roba de llengües werden die Kettfäden vor dem Weben abgebunden und gefärbt. Die abgebundenen Stellen nehmen keine Farbe an. Beim Weben verschieben sich die Fäden leicht gegeneinander – so entstehen die weichen, flammenartigen Ränder, die dem Stoff den Namen „Zungen“ gegeben haben. Die Technik ist auf Mallorca seit dem 18. Jahrhundert belegt und wird international Ikat genannt.

Die drei Webereien

Hier entsteht der Stoff

  • Pollença · seit 1854

    Teixits Vicens

    Familienbetrieb in fünfter Generation. Bei Führungen durch die Werkstatt sehen Sie die Webstühle in Betrieb. Im Laden gibt es Meterware, Kissen, Tischdecken, Vorhänge, Taschen und Kleidung; auf Wunsch wird in der eigenen Werkstatt nach Maß genäht.

    • Rotonda de Can Berenguer s/n, Pollença
    • Mo–Fr 10–14 und 16–20, Sa 10–14 Uhr (laut Moda Artesana)

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  • Lloseta · seit 1896

    Teixits Riera

    Begonnen hat die Familie in Biniamar, heute webt sie in Lloseta. Im Angebot sind mehr als 70 Muster, dazu Taschen, Gürtel und Espadrilles aus dem eigenen Stoff. Es gibt auch einen Onlineshop.

    • Carrer Major 50, Lloseta
    • Mo–Fr 9–13 und 16–20 Uhr

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  • Santa Maria del Camí · seit 1949

    Artesania Tèxtil Bujosa

    Bujosa webt traditionelle Stoffe auf alten Webstühlen. Besucher können dem Arbeitsprozess zusehen und im Laden einkaufen.

    • Carrer Bernat de Santa Eugènia 53, Santa Maria del Camí
    • Mo–Fr 9–13 und 15:30–18:30 Uhr

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Route

Die drei Webereien an einem Tag

Station Fahrzeit ab Palma Hinweis
Bujosa, Santa Maria del Camí rund 20 Minuten vormittags, nur werktags
Riera, Lloseta rund 30 Minuten Mittagspause 13–16 Uhr
Vicens, Pollença rund 50 Minuten nachmittags ab 16 Uhr wieder offen

Echt oder Kopie?

In Souvenirläden gibt es bedruckte Stoffe und Wachstücher mit Zungenmuster. Echte Roba de llengües ist gewebt: Das Muster ist auf beiden Seiten zu sehen, die Ränder der „Zungen“ sind leicht ausgefranst statt scharf gedruckt. Der Schutz als Kulturerbe soll auch gegen Nachahmungen helfen.

Häufige Fragen

Fragen zur Roba de llengües

Was ist Roba de llengües?

Ein traditioneller mallorquinischer Stoff in Ikat-Technik: Das Garn wird vor dem Weben abschnittsweise gefärbt, daraus entsteht das typische Muster mit flammenartigen „Zungen“.

Wer stellt den Stoff heute noch her?

Drei Familienbetriebe: Teixits Vicens in Pollença, Teixits Riera in Lloseta und Artesania Tèxtil Bujosa in Santa Maria del Camí.

Kann ich beim Weben zusehen?

Ja. Teixits Vicens bietet Führungen durch die Werkstatt an, bei Bujosa können Sie dem Arbeitsprozess zusehen.

Ist Roba de llengües Kulturerbe?

Ja. Der Inselrat hat die traditionelle Herstellungstechnik im April 2026 zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

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Bildnachweis: Muster der Roba de llengües (Nachbildung auf Wachstuch): Foto Paucabot, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, Ausschnitt